Landeskunde

Vom Heiligen Römischen Reich bis zur Standesherrschaft Hoyerswerda

Gelegentlich nennt man uns wohlwollend Landeskinder. Weil man meint, unsereins sei mit der Region fest verwurzelt. „Als historisch-geografische Größe besteht die Lausitz schon seit mehr als tausend Jahren“.1 Leichtfertigerweise schließt man aus dieser Dimension, dementsprechend ausgeprägt sei auch unsere Kenntnis über diese »historisch-geografische Größe«. Wie die Bezeichnung Ukraine auf eine Randlage deutet, so verweist der Name Lausitz auf ihren sorbischen Ursprung. „Lusici kommt von dem alten sorbischen Wort »lug« (Sumpf). Es war also ein sumpfiges Land gemeint“.2 Damals, als „gegen Ende des 6. oder zu Beginn des 7. Jahrhunderts«3  westslawische Einwanderer hier siedelten, die man die »Lunsici« nannte, wenngleich es die Milzener4 waren, die hier im Oberlausitzer Gefilde den Slawengau Milska gründeten. Das vom Ostfrankenreich „929 eroberte und besetzte Sorbenland galt als Königsland, als Land, über das allein der König verfügte“.5 So wurde das Land der Sorben, das seit 500 Jahren den Namen Oberlausitz trägt, mit der Zwangschristianisierung Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und erlebt mit Polen und Tschechien seit über 1000 Jahren eine gemeinsame Geschichte. Heimat neu erfahren!

Via Regia Land der Sorben Heiliges Römisches Reich deutscher Nation Markgraftum Oberlausitz Ostbesiedlung Standesherrschaft Hoyerswerda Herrscherhaus Wettin Kursachsen im Jahr 1589Augusteisches Zeitalter Königreich Sachsen

 

Quellen:

1 Alfons Frenzel: Lausitz rundum, Domowina-Verlag, Bautzen 2010, Seite 10

2 Siegfried Schlegel: Die Oberlausitz. Ein liebenswertes Stück Deutschland, Lausitzer Druck- & Verlagshaus, Bautzen 2008, Seite 9  

3 Thomas Westphalen: Slawenzeit, in: Doe Oberlausitz. Ausflugsziele zwischen Neiße und Pulsnitz, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010, Seite 75

4 Hans-Jörg Neumann: Geschichte, in: Lausitz. Reisehandbuch, VEB Tourist Verlag, Berlin/ Leipzig 1985, Seite 63

5 Hans Walther: Die Markgrafschaft Meißen (929 – 1156), in Geschichte sachsens, Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1989, Seite 89