Im Geiste von Konrad Zuse

Konrad Zuse (1992). Quelle: Wikipedia

Wie wird sein epochemachender visionärer Geist in Hoyerswerda erlebbar?

Weiß überhaupt jemand von der Bürgerschaft in Hoyerswerda, was es bedeutet, das geistige Erbe des Computer-Erfinders im Alltagsgeschehen zu wahren? Immerhin ist er einer der Bahnbrecher des Abendlandes. In Konrad Zuses Sinne zu handeln, heißt quasi die Welt verändern.1 Gut und schön. Bloß wie? Na, tugendhaft preußisch eben und dann ab die Post: Zukunft erfinden. „Denn in den Städten und Regionen wird die Zukunft Deutschlands gemacht.“2 Und das alles – auch mit weiblichem Technikverständnis sowie als Schüler mit der Fähigkeit, sich in der Computersprache zu verständigen – und zugleich auf Augenhöhe mit dem Weltgeschehen.3 Mit einem Wort: als mündiger Bürger und zugleich Unionsbürger unermüdlich innovativ4 agieren. Mehr noch: Obendrein visionär5 Jahre vorauszudenken, um das Undenkbare denkbar zu machen. Unmöglich?

Ideenreicher Zeitgenosse voller ergebnisorientierter Initiative

Konrad Zuse (*1910 bis †1995) schaffte es genau mit diesem Verhaltensmuster, dass er heute zu den sechshundert bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Welt1 zählt. Für seine epochemachenden Erfindungen würdigte man ihn mit zwei Ehrenprofessuren und acht Ehrendoktortiteln (darunter Technische Universität Dresden 1981 und Bauhaus-Universität Weimar 1991). Zudem sind zwei Medaillen für hervorragende Leistungen nach ihm benannt (von der Gesellschaft für Informatik und dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes). Schließlich wurde Konrad Zuse 2003 im ZDF auf Platz 15 der größten Deutschen gewählt.

Ein unermüdlich erfinderisches Genie als Ehrenbürger?

Und dieses Genie ist seit 1995 Ehrenbürger der Stadt Hoyerswerda? Merkt man davon überhaupt etwas im öffentlichen Leben dieser Stadt an der Scharzen Elster?

Klar doch. Das Konrad Zuse Computermuseum – es erhielt ein aufwendig neues Zuhause – ist zugleich außerschulischer Lernort für Informatik und Mathematik. Der Laptop-Mann in der Neustadt erinnert an die vom Computervater eingeleitete Zeit der digitalen Durchdringung der Gesellschaft. Und in der Altstadt verweist am Gebäude des 1896 erbauten Kaiserlichen Postamtes Hoyerswerda6 eine Tafel darauf, dass Konrad Zuse7 von 1923 bis 1928 hier mit Schwester Liselotte und Eltern wohnte.8

Und? Was noch? Den visionären Geist von Konrad Zuse in der Stadt mit seinem Namen zu leben, gibt eine klare Antwort auf die Frage: Schmückt sich Hoyerswerda lediglich – spießbürgerhaft wie mit fremden Federn – mit der Bezeichnung Konrad-Zuse-Stadt? Oder verdient sich das Gemeinwesen – à la lebenslangen Erfindergeist von Konrad Zuse – diese Ehrenbezeichnung jedes Jahr auf`s Neue?

• Das Rathaus – Labor städtischer Zukunftsgestaltung?

ZUSAK – und eine Stadt als Campus?

Computermuseum – Schneckentempo Paroli bieten

• Leben in Hoyerswerda zu einer Marke entwickeln?

Quellen

1 Herbert W. Franke: Konrad Zuse. Von der Rechenmaschine zum Computer, in Die Großen – Leben und Leistung der sechshundert bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Welt, Geschichtsenzyklopädie in 24 Bänden, Kindler
Verlag, Zürich 1995, Band XI/1, Seite 125

2 Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft, in: DIE ZEIT N0 20, 12. Mai 2010, Seite 8

3 Rita Geidermann: Computer und EDV als Schrittmacher der Wirtschaft, in: Brockhaus Meilensteine, 10 Themenbände, 2011, Band: Handel und Wirtschaft, Seite 306

4 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage  1994, Band 24, Seite 636

5 Ulrich Schnabel: Ein Hauch Apollo, in DIE ZEIT N0 6, 31. Januar 2013, Seite 35

6 Peter Biernath, Ralf Große, Christina Zimmermann: Kulturdenkmale in Hoyerswerda, Kulturbund e. V. Hoyerswerda, Juli 2008, Seite 19

7 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1994, Band 24, Seite 635

8 Martin Schmidt: Konrad Zuse, in: Hoyerswerdaer Wochenblatt, 11. Januar 1991, Nachdruck in: Hoyerswerda – Neue Straßen Namen, Geigerdruck GmbH, Horb am Neckar 1991, Seite 23