Das Marktrecht

Kamenz. Marktplatz oder Parkplatz? Foto: Detlef Degner

Was bedeutete Marktrecht im Mittelalter?

Das Marktrecht war im Mittelalter die Erlaubnis, einen ständigen Markt, einen Wochen- oder Jahrmarkt abzuhalten. Der dafür bestimmte Platz stand dann unter Marktfrieden, also einem besonderen, für den Markt und seine Besucher geltenden Recht, und wurde vom Marktherrn (König, Fürst, Graf, Bischof) geschützt. Für die städtische Wirtschaft war dieses Privileg von entscheidender Bedeutung. Die Verleihung des Marktrechtes stand seit der fränkischen Zeit (zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert) dem König zu, und erst im 12. Jahrhundert ging dieses Regal (Als Regalien (von lateinisch iura regalia ‚königliche Rechte‘) bezeichnete man die Hoheits- und Sonderrechte eines Königs oder eines anderen Souveräns) auf geistliche und weltliche Fürsten über und gestattete ihnen die Gründung von Städten.8

Den Königsfrieden wahren

Für die Einhaltung des Marktfriedens (Königsfrieden), unter dem der Markt und seine Besucher standen, waren eigene Marktgerichte zuständig. Streitigkeiten aus dem Marktverkehr wurden ohne den Formalismus des Landesrechts entschieden. Der Marktherr garantierte die Freiheit des Handelsverkehrs sowie die Sicherheit der Wege. Außerdem erleichterte er den Handel durch Einrichtung von Münzen. Als Entgelt erhob er von den Verkäufern einen Marktzoll.

Der Kreis der Nutznießer wuchs

Das Marktrecht galt zunächst nur für die Zeit des Marktes,9 für die Marktstätte selbst und deren Besucher. Ab dem 11. Jahrhundert entfiel die zeitliche Beschränkung, und der Kreis der Nutznießer weitete sich aus, bis schließlich alle Bürger an den Privilegien eines Ortes teilhatten. Damit war eine der wichtigsten Grundlagen für das besondere Stadtrecht geschaffen.