Das Stadtrecht

Schloss Rammenau repräsentiert als eines der besten erhaltenen Barocken Landschlösser Sachsens die Oberlausitz als schlösserreichste Region des Freistaates. Foto: Detlef Degner

Als Stadtrecht galt im Land Budissin das »Magdeburger Recht«

Bis ins Detail reglementierte Stadtrecht städtisches Leben. Aber was war mittelalterliches Stadtrecht überhaupt? Bereits seit 1100 strebten die Städte eine Selbstverwaltung an. Als Stadtrecht wurde im Markgraftum Oberlausitz (1076 bis 1815) 10 vorwiegend das ab 1181 bekannte »Magdeburger Recht« verliehen6, das bis weit in den Osten, im Gebiet des Deutschen Ordens, in Polen und in Russland galt.

Das Stadtrecht war mit der Entwicklung der Stadt (nach der Verleihung des Marktrechtes) entstanden und hatte sich aus dem kaufmännischen Gewohnheitsrecht entwickelt. Aus dem vom Kaiser Karl IV. (* 1316 bis † 1378) im Jahr 1356 für die Lausitz verliehenen Privileg geht hervor, die Leute im Land Budissin und Görlitz haben schon seit alters her im Magdeburger Recht gesessen. Eine Aussage, die 1367, 1433 und 1424 bestätigt wurde. 11

Sicherheit war oberstes Gebot

„Eines der wichtigsten Ziele bestand im »Schutz der Interessen des städtischen Bürgertums«. Diese Interessen bezogen sich maßgeblich auf: • Die Sicherheit auf den Straßen zwischen den Städten • die Verhinderung jeglicher Willkür gegenüber den Städten • die Selbstverwaltung der Städte durch das Bürgertum • die Intensivierung des Marktaustausches und der Verkehrswirtschaft • das Streben nach Privilegien der unterschiedlichen Bereiche • die Sicherung der Marktrechte und der Stapelrechte für bestimmte Produkte wie Salz, Waid, Bier, Wein, Tuche und Kleidung • die Gewährleistung von Steuervergünstigungen für Fernhandelskaufleute • die Gewährung des Braurechts.“ 6 Bis Mitte des 13. Jahrhunderts hatten sich in Sachsen über 50 Rechtsstädte herausgebildet

Quellen

1 Hans Walther: Die Markgrafschaft Meißen (929 – 1156), in: Geschichte Sachsens, Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1989, Seite 103

2 Sigrun Jeck, Elke Roschmann, Ingrid Wirth: Chronik zur Geschichte der Stadt Hoyerswerda, in: Neue Hoyerswerdaer Geschichtshefte N0 11(2008), Seite 7, 8

3 Lausitz Reisehandbuch, VEB Tourist Verlag, Leipzig 1985, Seite 230

4 Siegfried Schlegel, Dieter Hans Mai: Hoyerswerda Altstadt, in: Die Oberlausitz – Exkursionen, VEB Hermann Haack, Geographisch-Kartographische Anstalt,Gotha, Leipzig 1980, Seite 95

5 H. Ermisch: Die Anfänge des sächsischen Städtewesens, in: Sächsische Volkskunde, Schönfeldˈs Verlagsbuchhandlung, Dresden 1900, Seite 120, 1156 Inge und Lothar Küken: Die Stadtentwicklung östlich der Kulturgrenze, in: Der Oberlausitzer Sechsstädtebund, Senfkonr Verlag Alfred Theisen, Görlitz 2009, Seite 6, 7

7 Märkte/Marktsiedlungen/Städte, in: Geschichte in Übersichten, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin 1988, Seite 133

8 Wikipedia

9 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 14, Seite 224

10 Olaf Tietz: Gelologie und Naturraum, in: Die Oberlausitz – Ausflugsziele zwischen Neiße und Pulsnitz, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010, Seite 12

11 Tino Fröde: Stadtrechtskreise und Magdeburger Recht, in: Privilegien und Statuten der Oberlausitzer Sechsstädte, Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2008, Seite 51

12 Günther Rautenstrauch: Karl IV. und die Oberlausitz – König und Hausherr in einem Land der Krone Böhmen, in: Beiträge zur deutschen, böhmischen und oberlausitzischen Regentengeschichte im Spätmittelalter, Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2010, Seite 30

13 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 4, Seite 323

14 Siegfried Schlegel: Die Oberlausitz – ein liebenswertes Stück Deutschland, Lausitzer Druck- und Verlagshaus, Bautzen 2008, Seite 3

15 Hans Walther: Die Markgrafschaft Meißen (929 – 1156), in: Geschichte Sachsens,
Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1989, Seite 102

16 Joachim Ragnitz, Studie des Dresdner ifo-Institutes, zitiert nach Berger, Tilo: Die Lausitz schrumpft bis 2030, in: Sächsiche Zeitung 22. Oktober 2013, Seite 1 und Der Lausitz fehlen die Kinder und Weggezogenen Seite 20.

17 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 2, Seite 664

18 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1989, Band 8, Seite 678

19 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 11, Seite 380

20 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 13, Seite 472

21 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 24, Seite 575

22 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 15, Seite 239

23 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 3, Seite 368

24 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1988, Band 6, Seite 329

25 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1989, Band 10, Seite 268

26 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 12, Seite 262

27 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1992, Band 17, Seite 621

28 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1992, Band 18, Seite 587

29 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1992, Band 18, Seite 639

30 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 15, Seite 500

31 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1992, Band 19, Seite 372

32 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1989, Band 10, Seite 8

33 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 15, Seite 600

34 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 3, Seite 167

35 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 16, Seite 367

36 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 3, Seite 167

37 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1988, Band 6, Seite 80

38 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1989, Band 9, Seite 206

39 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 15, Seite 474

40 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1993, Band 20, Seite 72

41 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 23, Seite 730

42 Manfred Kobuch: Reichsland Pleißen und wettinische Territorien in der Blütezeit des Feudalismus (1156 – 1307), in: Geschichte Sachsens, Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1989, Seite 103

43 Olaf Tietz: Geologie und Naturraum, in: Die Oberlausitz. Ausflugsziele zwischen Neiße und Pulsnitz, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2010, Seite 12

44 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 13, Seite 150

45 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1993, Band 21, Seite 48

46 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1993, Band 21, Seite 55

47 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 13, Seite 150

48 Stadt Lautawerk, Vom Heidedorf zur Industriestadt, Lusatia Verlag, Bautzen 1997, Seite 6

49 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1989, Band 8, Seite 146

50 Rolf Walter: Deckung von Grundbedürfnissen und Streben nach Wohlstand, in: Brockhaus Meilensteine, multimediale Geschichtsenzyklopädie zu Geschichte, Kultur und Wissenschaft, 10 Themenbände, Gütersloh 2011, Band 7: Handel und Wirtschaft, Seite 13