Wolfsschäden

Wolfsspuren im Sand. Quelle: Wikipedia/ U.S. Fish & Wildlife Service

Die Zahl der Wolfsrisse aber immer im Verhältnis sehen

Von 2008 bis 2014 richteten die Angriffe von Wölfen auf Nutztiere einen Gesamtschaden von rund 38 000 Euro an. „Insgesamt wurden in den vergangenen sechs Jahren 257 Nutztierschäden registriert. In 57 Fällen wurde Geld gezahlt.“ Denn „nur in 86 Fällen wurde seit 2008 tatsächlich zweifelsfrei der Wolf als Übeltäter identifiziert. “

Ziel der Angriffe von Wölfen sind „vor allem Schafe, aber auch Ziegen und Damwild wird in Sachsen regelmäßig von Wölfen gerissen. Die mit Abstand meisten Angriffe wurden im Landkreis Bautzen registriert.“

Wie sind die Wolfsrisse von 2014 zu werten?

Laut einer am 6. Oktober 2014 veröffentlichten Statistik des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz wurden 2014 bisher 45 Risse von Nutztieren in Sachsen gemeldet, elf mehr als im gesamten Vorjahr.

„Bis Ende September wurde der Wolf in 30 Fällen als Angreifer zweifelsfrei nachgewiesen oder kann zumindest als Täter nicht ausgeschlossen werden. 2013 waren es 21 Fälle. Mit bisher 56 toten Nutztieren, die sicher oder vermutlich auf das Konto des Wolfes gehen, war bereits Ende September das Vorjahresniveau erreicht.“2

Auch andere Tiere töten Nutztiere

„Nicht immer ist der Wolf  für solche Attacken verantwortlich, auch Hunde oder Füchse können Nutztiere wie Schafe töten“, erläuterte Ministeriumssprecher Frank Meyer.2 In Ober-Neundorf wurden zwei Alpakas von einem Rudel von sechs vermeintlich wilden Hunden gerissen. Die sehr kompakten, kräftigen muskulösen Tiere ähnelten Mischlingshunden, die Züge von Rottweilern und Schäferhunden trugen. „Kerngesund, gepflegt und mit außerordentlich viel Jagdinstinkt.“3

Die Tiere kamen aus Polen durch das Niedrigwasser der Neiße über die Grenze und waren zwischen Ludwigsdorf und Zodel auf den Neißeauen unterwegs, wo ständig Spaziergänger mit ihren Kindern und Hunden anzutreffen seien.3  

Entschädigung für Wolfsschäden

„Der Freistaat hat auch Regelungen getroffen, falls ein Wolf aggressiv oder auf andere Weise zum »Problemwolf« wird. Dann kann das Tier eingefangen oder geschossen werden.“2 Bis 2014 wurde allerdings davon kein Gebrauch gemacht.

In Sachsen haben Schaf- und Ziegenhalter die Möglichkeit sich für die Anschaffung eines Zaunes finanziell fördern zu lassen. Wurde ein Tier von einem Wolf getötet, welches dem Mindestschutz entsprechend geschützt war, erhält der Tierhalter vom Staat finanzielle Entschädigung.

Allerdings müsse   man die in diesem Jahr gestiegene Zahl der Wolfsrisse im Verhältnis sehen. „In den letzten beiden Jahren gab es vergleichsweise wenig Risse von Nutztieren.“2„Halter getöteter Nutztiere, die im Wolfsgebiet und in einer angrenzenden 30-Kilometer-Zone geschützt untergebracht sind, erhalten vom Staat eine finanzielle Entschädigung.“2

Allerdings müsse man die in diesem Jahr gestiegene Zahl der Wolfsrisse im Verhältnis sehen. „In den letzten beiden Jahren gab es vergleichsweise wenig Risse von Nutztieren.“2

Quelle

1 Wolfsschäden in Sachsen: Hälfte der Kosten erstattet, in: Sächsische Zeitung, 23. September 2014, Seite 6

2 Zahl der von Wölfen gerissenen Nutztiere steigt, in: Sächsische  Zeitung, 7. Oktober 2014, Seite 6

3 Jenny Thümmler: Wilde Hunde schüren Angst in Neißedörfern, in: Sächsische Zeitung, 16. Januar 2014, Seite 18