Mausetot und für immer futsch

Spekulative Lebendrekonstruktion eines indischen Auerochsen. Quelle: Wikipedia/ Jochen Ackermann

Denn Jäger haben den Auerochsen 1627 ausgerottet.

Auerochse. Seit 1627 ausgerottet. 1755 erlitt in Ostpreußen dieses Schicksal auch der Wisent, allerdings durch einen Wilddieb.1 Und anderswo? „Die letzten Kaukasus-Wisente wurden 1918 und 1919 durch Treibjagden mit Maschinengewehren unter Aufbietung ganzer Regimenter als Treiber und Schützen – wohl bis zum letzten Stück – vernichtet.“1 Waren etwa die alten Römer weniger barbarisch? Denn auch Plinius2 kannte den Bonassus oder Wisent, „weil dieser lebend nach Rom gebracht wurde, um in den Tierkampfspielen zu glänzen.“1

Kein Erbarmen mit der Natur

„Denn die Ausrottungsrate bei Tieren und Pflanzen war noch nie so alarmierend hoch wie heute. Der Mensch dezimiert die Schatzkammer der Natur hundert- bis tausendmal schneller, als die natürliche Verlustrate der Evolution dies erwarten ließe.“3 Das freilich bedeutet? „Und noch immer gilt das unerbittliche Naturgesetz: Arten, die ausgestorben sind, sind für immer verschwunden. Was weg ist, ist weg.“ Das gilt natürlich auch für den Wolf, der 1904 in unseren Breiten ausgerottet war. Der rasante Verlust der Artenvielfalt ist eine Herausforderung, die nur noch mit dem Klimawandel vergleichbar ist, der allerdings weltweit mit einem Massensterben droht.

Quellen

1 Brehms Tierleben in sechs Bänden, Leipzig 1924, herausgegeben und bearbeitet von Carl W. Neumann, Band 3, Seite 207, 206

2 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1992, Band 17, Seite 251

3 Manfred Kriener: Weg ist weg, in: DIE ZEIT N0 17, 22. April 2010, Seite 20