Weltklima droht mit Massensterben

Modell eines Wollhaarmammuts, das Opfer eines vor rund 130 000 Jahren begonnenen Massensterbens wurde. Quelle: Wikipedia

Allein unsere Umgangskultur mit der Natur entscheidet über die Folgen

„Das Wetter fährt Achterbahn. Die Extreme nehmen zu. Und dieser Trend setzt sich fort, stärker als erwartet.“1 Der am 31. März 2014 in Yokohama vorgestellte Weltklimabericht, an dem 1 729 Wissenschaftler aus 70 Ländern mitgewirkt haben, diagnostiziert für unseren Planeten derart enorme Veränderungen, „die in der Erdgeschichte Massensterben ausgelöst haben.“1 Mit einem Wort: „Von einem geohistorisch massenhaften Artensterben ist gar die Rede. Das hat Folgen für den Menschen und unsere Art zu leben.“2

Spielt die Natur verrückt?

Woher! Aber die Menschheit. Denn die bläst 2014 etwa 60 Prozent mehr CO2 in die Atmosphäre als noch 1990.2 Und wie reagiert darauf das Weltklima? „Das jahreszeitliche Verhalten der Tiere ändert sich. Pflanzen blühen zu früh für viele Insekten. Die Balance der Arten gerät aus dem Gleichgewicht, und das hat Folgen. Im 21. Jahrhundert ist so ein großer Teil der Arten im Wasser wie an Land vom Aussterben bedroht.“1 Und was bedeutet das für unser Leben?. „Die Vielfalt wird zurückgehen in dem, was wir anbauen können. Und es wird wohl mehr Schädlingsprobleme geben.“1

Der Beginn eines geohistorischen Ausnahmezustandes

Josef Settele, Biologe vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), sieht die Erde am Beginn eines geohistorischen Ausnahmezustandes: „Ich halte es für gesichert, dass die angeschobenen Veränderungen in ihrem Tempo mindestens vergleichbar sind mit denen, die in der Erdgeschichte Massensterben ausgelöst haben.“1 Und welche Beispiele kennt die Erdgeschichte?

Beispielsweise das Aussterben des Wollhaarmammuts. „Dieses Zeitalter begann vor rund 130 000 Jahren und endete vor knapp 11 800 Jahren.“3 In jener Zeit streiften in unserer Region die Neandertaler durch die Mammutsteppe. Was aber bewirkte das Aussterben der Wollhaarmammuts? Eine ungewöhnlich große Verbreitung von Knochenfehlbildungen. Die Forscher führen das vor allem auf Inzucht und schwierige Lebensbedingungen zurück.

„So können Kälte und Hunger bei Säugetieren frühe Trächtigkeit beeinflussen und bei Embryos und Föden zur Bildung von Halsrippen führen. Die Fehlbildung selbst ist zwar meist harmlos, aber sie tritt häufig in Zusammenhang mit Krankheiten und angeborenen Anomalien auf.“3 Die Quintessenz: „Die verletzliche Situation könnte schließlich auch zum Aussterben der Wollhaarmammuts beigetragen haben.“

Quellen

1 Stephan Schön: Ein Massensterben von Arten droht, in: Sächsische Zeitung, 31. März 2014, Seite 1

2 Stephan Schön: Heute schon was fürs Klima getan?, in: Sächsische Zeitung, 31. März 2014, Seite 1

3 Was dem Mammut zu schaffen machte, in: Sächsische Zeitung 31. März 2014, Seite 5