Spektakulärer Versuch: Rückzucht

Heinrich Dahte mit Kragenbär (1961). Quelle: Wikipedia

Lässt sich der ausgestorbene Auerochse wieder zum Leben erwecken?

Auerochse. Seine Rückzucht erreicht selbst nach Jahrzehnten beileibe nicht das wünschenswerte Ideal. Noch nicht. Denn  die Enthusiasten geben keineswegs auf. „In Europa leben heute rund 3 000 Tiere. 76 Züchter sind im aktuellen Zuchtbuch erfasst, darunter Holländer, Ungarn und Österreicher. Und die Annäherungsarbeit geht weiter. Vor allem größer und hochbeiniger sollen die Neo-Ure noch werden und bitte nicht so dickärschig« wie ein Naturschützer im Greenpeace-Magazin forderte.“1

Wahnsinns-Idee findet Anhänger

Wer hatte denn die Wahnsinns-Idee, den 1627 ausgerotteten Auerochsen, dessen Anfang im voreiszeitlichen Tertiär liegt und der als größtes Landsäugetier Europas in Mitteleuropa erstmals vor 250 000 Jahren auftauchte, wieder zum Leben zu erwecken? Heinrich Dahte (*1910 bis †1991) legendärer Ostberliner Tierparkdirektor, veröffentlichte 1980 das erste Internationale Zuchtbuch für Auerochsen.

In Steinberg stieg der passionierte Auerochsen-Liebhaber Walter Frisch in die »Abbildungszucht« ein und gründete 1997 mit einem Wildpark, dem Eiszeitlichen Wildgehege Neandertal (Website) bei Düsseldorf, den Verein zur Förderung der Auerochsenzucht.

Die Aueroxen als Landschaftsgärtner

Aueroxe? Klar, so nennt man die Tiere der Rückzucht. Der urzeitliche große Pflanzenfresser wird als idealer Landschaftspfleger zur Erhaltung der Kulturlandschaft angesehen. Denn er kann das Zuwachsen von Naturflächen verhindern. Naturschutz allerdings nicht allein auf diese Art.

Sein „Dung, auf den Weideflächen verteilt, zieht Würmer, Fliegen und andere Insekten an, die wiederum von Vögeln und Fledermäusen vernascht werden. So dienen die neuen Auerochsen – die Aueroxen – nicht nur zur ästhetischen Erbauung, sondern auch »zur Offenhaltung bestimmter Lebensräume und zur Wiederherstellung von lichten Waldökosystemen«.“1

Quelle

1 Manfred Kriener: Weg ist weg, in: DIE ZEIT N0 17, 22. April 2010, Seite 20