Er inspizierte Künstler der Steinzeit

Höhlenmalerei aus Altamira (Alt- Magdalénien). Quelle: Wikipedia/ Rameessos.

Aber Jäger haben den Auerochsen dennoch 1627 ausgerottet

Auerochse. „Die gewaltigen Tiere Inspirierten schon die Künstler der Steinzeit. Ihre Wandzeichnungen – etwa in den Felshöhlen von Lascaux1 in Südwestfrankreich oder in der spanische Levante2 – feiern den Ur in kräftigen Strichen, es sind Bilder, die zu den ältesten Kulturdokumenten der Menschheit gehören.“3

„Die berühmteste Jagdszene stammt aus dem Nibelungenlied4 und beschreibt Siegfrieds Waidmannsglück im Wald der Vogesen: »Danach schlug er schier einen Wisent, einen Elch und starke Ure viere«.“3

Die Spur der Ure zieht sich durch die Kulturen und Jahrhunderte, zum Kulturgut gemacht selbst im Brauchtum. „In Mesopotamien kam die Auerochsenjagd gleich nach der Löwenjagd, Herodot5 begegnete den wilden Stieren 450 v. Chr. Im südlichen Griechenland, Cäsar6berichtete von germanischen Wildrindern, die fast die Größe eines Elefanten erreichten, Vergil7 schilderte, wie nach dem Wüten der Pest in der Po-Ebene Ure den Wagen zogen, weil alle Hausrinder der Epidemie zum Opfer gefallen waren. Und der Dichter Hartmann von Aue8 reimte um 1170: »Da nahten mit Grimme / mit gräulicher Stimme/ Wisente und Urrinder«“3

Immerhin lieferten die Tiere nicht nur Fleisch und Fell. Ganz besonders geschätzt waren die Hörner. „Sie wurden sorgfältig präpariert, besondere Prachtexemplare mit Gold und Silber gefasst und als Trinkgefäß genutzt. Im römischen Heer dienten Urhörner als Signalinstrumente, auf denen man zum Kampf blies.“3 Und heute? Ausgerottet. Seit 1627. Durch die Hand eines Jägers.

Quellen

1 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1990, Band 13, Seite 98

2 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1990, Band 13, Seite 326

3 Manfred Kriener: Weg ist weg, in: Die ZeitN0 17, 22. April 2010, Seite 20

4 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1991, Band 15, Seite 545

5 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1989, Band 9, Seite 714

6 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1987, Band 4, Seite 272

7 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1994, Band 23, Seite 203

8 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, Mannheim 1989, Band 9, Seite 506