Waren die Deutschen sich feindlich gesinnt?

Symbol der Niederlage der DDR im Systemwettbewerb: Der aus der BRD gelieferte Grenzzaun der vermeintlichen Deutsch-deutschen Grenze im Freilandmuseum bei Behringen. Quelle: Wikipedia/ Reinhard Hunsch

Haben die Deutschen aus Ost und West etwa unterschiedliche Geschichtsbilder? Auch vom Kalten Krieg?

Wie bezeichnet man sie eigentlich korrekt? Jene Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Stunde null?1 Beginn des Atomzeitalters?2 Kalter Krieg?3 Vorstufe zum Dritten Weltkrieg? Überhaupt: Wer begann die Konfrontation der Siegermächte?

Im Mai 1945, nachdem die Waffen in Europa endlich verstummt waren, gab der britische Premier Churchill einen Kriergsplan in Auftrag, der die militärische Unterwerfung der Sowjetunion durch Großbritannien und die USA zum Ziel hatte. Dieser Plan trug die Bezeichnung »Operation Unthinkable« (Operation Undenkbar).36 „Für diesen beabsichtigten Waffengang gegen die Rote Armee sollten etwa 100.000 internierte Wehrmachtsoldaten reaktiviert werden. Churchills persönlicher Stabschef, General Hastings Lionel Ismay, übergab den Plan am 22. Mai 1945, er wurde zweimal ergänzt. Als Angriffstermin war der 1. Juli 1945 festgelegt.“37

Grenze oder Frontverlauf

Wie lebte es sich denn damals mit dieser weltweiten Bedrohung? Namentlich in Ostdeutschland, aus dem 2,1 Millionen26 in den Westen flüchteten? Und was war ab 9. Mai 1955 mit dem Beitritt der BRD in die NATO die Staatsgrenze der DDR: Deutsch-deutsche Grenze oder militärischer Frontverlauf zwischen NATO und Warschauer Pakt?

Den Atomtod stets vor Augen

„Die Raketen, unter anderem vom Typ Pershing II und SS-20, bedrohten insbesondere Deutschland. Wäre der Kalte Krieg ein heißer geworden, hätten sie unser Land in ein atomares Schlachtfeld verwandelt. Im Osten wie im Westen Deutschlands war die Angst der Menschen vor einem Atomkrieg sehr gegenwärtig.“34 Und wann hatte diese Angst endlich ein Ende? Der Beginn war der 8. Dezember 1987. An diesem Tag vereinbarten Ronald Reagan (*1911 bis †2004) und Michail Gorbatschow im Weißen Haus in Washington, „dass die in Europa stationierten atomaren Kurz- und Mittelstreckenraketen der UdSSR und der USA binnen drei Jahren abgezogen werden.“34 Die Historiker jedenfalls sind sich darüber einig, „dass der an diesem Tag geschlossene Abrüstungsvertrag das Ende des Kalten Krieges einläutete.“34

Zwei Jahre später das Resümee: „Ost und West stehen heute – wie der amerikanische Präsident auf dem Malta-Gipfel im Dezember 1989 erklärte – »an der Schwelle zu einer völlig neuen Ära«. Welch ein Wandel innerhalb eines Jahrzehnts!“35  

Ein Jahrhundert der Radikalität

Sicher ist auf jeden Fall: Das „zwanzigste Jahrhundert zeichnet sich stärker als jede frühere Epoche durch die Rasanz der Entwicklungen und die Radikalität der Veränderungen aus.“4 Aber vielleicht gerade deshalb fällt bei den Deutschen aus Ost und West die Erinnerung unterschiedlich aus. Wieso? „Wir haben in beiden Teilstaaten unterschiedliche Lebenserfahrungen gemacht und unterschiedliche Geschichtsbilder entwickelt.“5 Na und? „Je erfolgreicher wir lernen, die Unterschiede unserer Erinnerungen und damit unserer Prägungen zu erkennen, desto besser rüstet uns das Verständnis der Geschichte für die Herausforderungen der kommenden Zeit.“5

Von wegen friedliches Nebeneinander

„Der Kalte Krieg prägte tief die innenpolitischen Verhältnisse der beteiligten Staaten.“3 Dementsprechend konfrontativ waren logischerweise auch die deutsch-deutschen Beziehungen. Denn was bedeutete Kalter Krieg? Das ist die „schlagwortartige Bezeichnung für eine nichtmilitärische Konfrontation zweier Staaten oder Staatengruppen, die durch Militärbündnisse, Wettrüsten, diplomatisch-politischen Druck, (bis hin zu Kriegsdrohungen), wirtschaftliche Kampfmaßnahmen (z. B. Embargo), militärisches Eingreifen in regionalen Konflikten, ideologische Unterwanderung , Förderung von Putschen und Staatsstreichen im anderen »Lager« sowie durch Propaganda ihre internationale Position zum Nachteil des anderen verbessern wollen.“3

Der Osten des Westens

„Der Versuch der Westmächte, sowjetische Bemühungen um Einflussnahme in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands abzuwehren, führte zur Konzeption eines westdeutschen Teilstaates und dessen Integration in das westlich Lager.“3 Verständlicherweise spielte dabei die kontinentale Mittellage Deutschlands für die Strategie des Westens eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die logische Folge: „Die Bundesrepublik wurde der Osten des Westens, integriert im atlantischen Bündnis und in der Europäischen Gemeinschaft.“5

War die DDR von vornherein eine Illusion?

Die DDR war vom Stalinismus geprägt. Und das sollte Kommunismus sein? Wie sind die beiden deutschen Teilstaaten wirtschaftlich überhaupt gestartet? „Die DDR begann mit einer Akkumulationsrate von nur sieben Prozent an der Seite der vom Krieg zerstörten Sowjetunion, während die Bundesrepublik mit einer Akkumulationsrate von 22 Prozent an der aus dem Krieg gestärkt hervorgegangenen USA startete.“29 Und was bedeutete das 44 Jahre später? „Die Sowjetunion und ihre Verbündeten erreichten in der Auseinandersetzung beider Gesellschaftssysteme nicht das für ihren Sieg notwendige Niveau der Arbeitsproduktivität.“29

Wer teilte Deutschland?

Der Mehrzweckkampfjet F-16 Fighting Falcon der USA . In beiden deutschen Teilstaaten standen 2.650 moderne Kampfjets angriffsbereit. Quelle: Wikipedia

Gaben etwa die Amerikaner in Westdeutschland den Ton an?

Die machtpolitischen Bedingungen des als Bundesrepublik gestarteten deutsch Teilstaates begründete George Frost Kennan6 (*1904 bis †2005), einer der bedeutendsten Diplomaten der USA. Er konzipierte maßgeblich die amerikanische Politik des Containment7 zur Eindämmung des sowjetischen Einflusses in der Weltpolitik. In seinen 1971 in München veröffentlichten Memoiren konstatiert er: „Besser ein zerstückeltes Deutschland, von dem wenigstens der westliche Teil Deutschland als Prellbock für die Kräfte des Totalitarismus wirkt, als ein geeintes Deutschland, das diese Kräfte wieder bis an die Nordsee vorlässt.“8

Der »Dritte Weltkrieg« des 20. Jahrhunderts

Für Jahrzehnte wurde Weltpolitik zum Kalten Krieg, „der länger dauerte als der Erste und Zweite Weltkrieg zusammen, weltweit mehr Opfer forderte und von namhaften Autoren inzwischen als der »Dritte Weltkrieg« des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird.“8

In dieser Zeit »atomarer Abschreckung« stand die Welt wiederholt am Rande eines selbstmörderischen Weltkrieges. Auf „die von Chruschtschow9 im November 1958 vom Zaun gebrochen Berlinkrise10 und dem am 13. August 1961 begonnen Bau der Berliner Mauer, „ein scharf bewachtes militärisches Sperrsystem“ mit „einer Länge von 45,1 km“11 reagierte  Washington mit Härte. „Einen Augenblick lang schien eine militärische Konfrontation in Berlin nicht ausgeschlossen.“10

Kriegsgebiet Deutschland

„In keiner Region der Welt standen sich die Supermächte einander näher gegenüber als in den beiden deutschen Staaten.“8

Auf dem Territorium der BRD waren damals „900.000 Soldaten, 190 Raketenstartrampen, 4.100 Artilleriesysteme, 7.800 Panzer und Selbstfahrlafetten sowie 1.600 Kampfflugzeuge“8 stationiert.

„Auf dem Territorium der DDR befanden sich in Friedenszeiten: 570.000 Soldaten, 230 Raketenstartrampen, 6.300 Artilleriesysteme, 11.300 Panzer und Selbstfahrlafetten sowie 1.050 Kampfflugzeuge.“8 Hätte es da nicht auch einen »Krieg aus Versehen« geben können?

Frontstadt Westberlin

Hinzu kam, dass Westberlin 160 km tief in DDR-Territorium lag. Wie hätte wohl Washington in so einer Situation gehandelt?

„Sowohl aus NATO- wie aus Sicht des Warschauer Paktes galt Westberlin als »Frontstadt«.“8

Das betraf das dort vorhandene militärische Potential („etwa 35.000 bis 40.000 bewaffnete Kräfte“8) sowie die „Mitarbeiter von rund 80 Geheimdiensten und –organisationen.“8 Vor dem Bau der Mauer wurden „an die 12.000 hauptberufliche Agenten und Spione in Westberlin identifiziert.“8

Für „ideologische Unterwanderung“ sowie „Förderung von Putschen und Staatsstreichen“3 sorgte Tag für Tag der RIAS. „Ungeachtet eines schon 1946 höchst aktiven »Ostbüros« der SPD, trotz der von Rainer Hildebrandt, Ernst Benda und anderen mit amerikanischer Lizenz betriebenen »Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit« und allerlei verdeckter Operationen der CIA.“33

Ideologische Geschenkbeziehungen zu den Brüdern und Schwestern

„Die Tatsache, dass die Westdeutschen seit etwa Mitte der Fünfziger willens und in der Lage waren ihren »Brüdern und Schwestern im Osten« Jahr für Jahr rund 40 Millionen Päckchen und Pakete zu schicken, demonstrierte eben nicht nur den Beschenkten die Leistungskraft des Rheinischen Kapitalismus. Politisch und sozialpolitisch bestärkten die Liebesgaben vielmehr auch die Gesellschaft der Gebenden – und schon deshalb tat das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (mit doppelten Sitz in Bonn und Berlin!) gut daran, die Geschenkbeziehungen nach Kräften zu fördern.“33

Umsturzprojekte gegen Castro

Nachdem nämlich in der Schweinebucht „an der Südküste Kubas, westlich von Cienfuegos“, im April 1961 „ein von der CIA geplanter und von der amerikanischen Regierung unterstützter Invasionsversuch von Exilkubanern, die von der CIA ausgebildet worden waren“12, gescheitert war, sah die UdSSR Kuba massiv von den USA bedroht. „Mit dem Überfall auf die Schweinebucht 1961 und dem Sabotageprogramm Mongoose hatten die USA seit der kubanischen Revolution gleich zwei Umsturzprojekte gegen den sozialistischen Machthaber Fidel Castro lanciert.“13

Gefährlichste Stunde der Menschheitsgeschichte

„Den Präsidenten erreichte die Nachricht im Bademantel. Es war am Morgen des 16. Oktober 1962, John F. Kennedy14 saß noch im Schlafzimmer, als sein Sicherheitsberater McGeorge Bundy ihm die Hiobsbotschaft überbrachte: Die Sowjetunion stationierte Atomraketen auf Kuba.“13 Stürzte die Welt in einen Atomkrieg? „Die USA fuhren ihre gesamte Militärmaschinerie auf Hochalarm“13 Der Welt stockte der Atem. „Bis heute gilt die Kubakrise als gefährlichste Stunde der Menschheitsgeschichte.“13 Deshalb wurde sie Anfang 1963 zum Ausgangspunkt der globalen Zusammenarbeit zwischen den USA und der UdSSR.15

Bonn bleibt Stur.Entspannungsfeindlich?

US-amerikanische Atlas –B, Interkontinentalrakete der ersten Generation. Quelle: Wikipedia

Der Westen bezweifelt die deutschpolitischen Positionen Westdeutschlands

Durch die gemeinschaftliche Rüstungskontrollpolitik der USA mit der UdSSR rückten maßgebliche Länder von dem früheren Standpunkt ab, „dass eine Lösung der deutschen Frage Vorrang gegenüber dem Wunsch nach Entspannung zu beanspruchen habe.“10. Mehr noch. Sie zweifelten zudem „die Berechtigung der deutschpolitischen Position Bonns an und machten der Bundesrepublik ein entspannungswidriges Verhalten zum Vorwurf.“10 War das verwunderlich? Keine drei Monate nach dem gescheiterten Invasionsversuch in Kuba erklärte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß16 (*1915 bis †1988) am 25. Juli 1961 in Washington: „Der Zweite Weltkrieg ist noch nicht zu Ende.“8 Wiederholt forderte er auch in diesem Zusammenhang, „die Bundeswehreinheiten unmittelbar an der Grenze mit taktischen Atomwaffen auszurüsten.“8

Trotz atomarer Bedrohung blüht die Weltwirtschaft

„Die 60er Jahre waren zusammen mit den 50er Jahren die bemerkenswerteste Periode wirtschaftlichen Wachstums in der modernen Geschichte“17.Was in den 50er Jahren in den USA begonnen hatte, konnte sich in den 60er Jahren nun auch in Europa „auf breitester Front durchsetzen: die Ausstattung aller Haushalte mitlanglebigen Gebrauchsgütern, Autos, Telefon, Textilien, die Verbesserung der Nahrungsqualität.“17

Die Bundesrepublik erlebte das sogenannte Wirtschaftswunder, „Schlagwort zur Beschreibung einer unerwartet schnellen und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung mit vergleichsweise hohen Wachstumsraten des Sozialprodukts oder des Pro-Kopf-Einkommens.“18

Wie schrieb die BRD ihre wundersame Wirtschaftsgeschichte?

Die westdeutsche Wirtschaftsgeschichte 19 beruhte in jenen Jahren maßgeblich auf einer DDR-orientierten Wirtschaftspolitik20, das heißt, das westdeutsche  Wirtschaftssystem21der Versandhauskonzerne war marktkoordiniert mit der DDR-Wirtschaft. Denn von dort bezogen sie die Waren billiger, als sie in Westdeutschland hätten hergestellt werden können. Schon Karl Marx22 (*1818 bis†1883) bescheinigt einem Unternehmer mit dieser Verfahrensweise: „Er realisiert so einen Surplusprofit“23 (engl. Extraprofit24 d. R.).

Quelle mit 90 Prozent DDR-Waren

Beispielsweise ermittelte eine Expertise anhand des Quelle-Kataloges (den damals Frau Grete Schickedanz25 (*1911 bis †1994) gleich „in der DDR drucken“26 ließ), „dass bis zu 90 Prozent des Angebotes aus DDR-Produktion stammte.“26 Summa summarum: „Das Unternehmen Quelle war tatsächlich einer der Hauptabnehmer unserer volkseigenen Konsumgüterindustrie.“26 Mit dem Ergebnis: es „kamen Lieferverträge zustande, die kein Äquivalent für den eigentlichen Wert der abgesetzten Waren darstellte. Der DDR ging somit in nicht unerheblichen Umfang Nationaleinkommen verloren.“26 Und die Verluste durch die Republikflucht?

„Wegen der Fluchtbewegung forderte Ulbricht 1962 eine Entschädigung in Höhe von 100 Milliarden DM. Der gigantische Betrag würde heute 164 Milliarden Euro entsprechen.“32

 

In Saus und Braus auf DDR-Kosten

Und Frau Schickedanz? „In ihren besten Tagen besaß sie 41,55 Prozent des Aktienkapitals von Karstadt-Quelle und ein geschätztes Privatvermögen von über zwei Milliarden Euro.“26 Dem Untergang der DDR folgte auch Quelle am 19. Oktober 2009 in die Pleite. Zurück bleibt allerdings die Erinnerung, dass all diese Waren Jahrzehnte lang in den DDR- Geschäften fehlten. Aber auch die westdeutsche Erkenntnis: „Der Soli-Zuschlag ist eine Art Sündengeld dafür, dass wir 40 Jahre lang auf Kosten des Ostens in Saus und Braus lebten.“27

Steht der Westen bei Ostdeuschland in der Kreide?

Mitglieder und Kandidaten des Politbüros des ZK der SED am 26. Juli 1968. Quelle: Wikipedia/ Peter Heinz Junge

Westdeutscher Wohlstand zu Lasten der Lebensqualität in der DDR?

„Professor Arno Peters aus Bremen hatte schon 1964 darauf verwiesen, dass die Bundesrepublik verpflichtet wäre, der DDR einen Lastenausgleich in dreistelliger Milliardenhöhe für die von uns für ganz Deutschland an die UdSSR geleisteten Reparationen zu zahlen.“29 Die damalige Berechnung bezifferte 727 Milliarden

„Blessing26 hat analysiert und kommt zu dem Schluss, dass der Westen dem Osten mehr als 10.000.000.000.000 DM (Stand 2000) schuldet. Um diese etwa fünf Billionen Euro abzutragen, müssten jährlich 25 bis 30 Milliarden Euro transferiert werden. Und das 150 Jahre lang.

Blessing beweist mit seinen nachprüfbaren Fakten: Die Ostdeutschen sind nicht, wie man ihnen, wie man ihnen einzureden versucht, als Bittsteller und Hungerleider in die Einheit gekommen.“28

Sorry, wir haben es eben versaut

Was verschwand am Ende der 80er Jahre von der politischen Landkarte? „Untergegangen ist ein Sozialismusmodell, das vom Stillen Ozean bis an Elbe und Werra reichte.“29 Und wer hat das maßgeblich zu verantworten? Der Kalte Krieg? Gewiss. Aber er nicht allein. „Die Niederlage des sozialistischen Wirtschaftssystems ist am Ende der 80er Jahre eindeutig von seinen führenden Vertretern selber besiegelt worden.“30 Wie wahr.

Die Alte-Herren-Riege in Ostberlin

Wer aber erteilte die Marschrichtung der DDR? Das Politbüro des Zentralkomitees der SED. Und was war das für eine Truppe? „Das Durchschnittsalter der 21 Mitglieder und fünf Kandidaten des Politbüros beträgt 67 Jahre.“29 Und der Ministerpräsident? Ein Tatterich „weit über 70“29 Was denn, diese Tattergreise wollten die Revolution im Systemwettbewerb gewinnen? „Unser Verhalten wurde mehr und mehr kleinbürgerlich denn revolutionär …“29 Der Hauptgrund? „Es rächte sich, dass es seit Jahrzehnten keinen organischen Generationswechsel in der Führung gegeben hat.“29 ine Truppe von Ignoranten? „Das Politbüro hat zum Beispiel über Jahre hinweg die wahre Wirtschaftslage ignoriert.“29

Was tun, diesen Abschnitt deutscher Geschichte beklagen?

Wozu? Eine Erkenntnis vom 1. Juli 1885 besagt: „Über geschichtliche Ereignisse beklagt man sich nicht, man bemüht sich im Gegenteil, ihre Ursachen zu verstehen und damit auch ihre Folgen, die noch lange nicht erschöpft sind.“31

Politlexikon

Quellen

1 Astrid Irrgang: Stunde null? Die Folgen des Zweiten Weltkrieges, in: Brockhaus, Meilensteine, Geschichtsenzyklopädie in 10 Themenbänden, Gütersloh 2011, Band: Kriege und Konflikte, Seite 266

2 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 2, Seite 283

3 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 11, Seite 369

4 Hellmut Diwald: Das Jahrhundert der großen Veränderung: Vom ersten Motorflug bis zum Zerfall des Marxismus, in: Die Großen Ereignisse – Fünf Jahrtausende Weltgeschichte in Darstellungen und Dokumentationen, 6 Bände, Coron Verlag, Lachen am Zürichsee1991, Band 6, Seite 5

5 Richard von Weizsäcker: Der Weg in die Einheit, Verlag C. H. Beck, München 2009, Seite 152, 31

6 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 11, Seite 596

7 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 4, Seite 670

8 Heinz Kessler, Fritz Streletz: Ohne Mauer hätte es Krieg gegeben, edition ost im Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2011, Seite 47, 45, 25, 132, 133, 134

9 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 3, Seite 572

10 Gerhard Wettig: Kalter Krieg und Entspannung in den 60er Jahren, in: Das 20. Jahrhundert in Wort, Bild, Film und Ton, Geschichtslexikothek in 22 Bänden, Coron Exclusiv, Stuttgart 1999, Band: Die 60er Jahre, Seite 194, 195, 198

11 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1987, Band 3, Seite 150

12 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 19, Seite 642

13 Jens Schmitz: Am Randes der Apokalypse, in: Sächsische Zeitung, 20./21. Oktober 2012, Magazin, M2

14 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 11, Seite 596

15 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1990, Band 12, Seite 560

16 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 21, Seite 313

17 Barbara Veit: Die Hochkonjunktur und ihre Grenzen, in: Das 20. Jahrhundert in Wort, Bild, Film und Ton, Geschichtslexikothek in 22 Bänden, Coron Exclusiv, Stuttgart 1999, Band: Die 60er Jahre, Seite 201

18 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 24, Seite 272

19 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 24, Seite 259

20 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 24, Seite 262

21 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 24, Seite 267

22 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 14, Seite 260

23 Karl Marx: III. Verwohlfeilerung der Elemente des konstanten Kapitals, Kapital III, in: Karl Marx, Friedrich Engels, Werke, 43 Bände (in 45 Büchern), Dietz Verlag, Berlin 1964, Band 25, Seite 248

24 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Deutsches Wörterbuch in 3 Bänden, Mannheim 1995,Band 28 Seite 3325

25 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1991, Band 19, Seite 337

26 Klaus Blessing: Die Schulden des Westens – Was hat die DDR zum Wohlstand der BRD beigetragen?, edition ost im Verlag das Neue Berlin, Berlin 2010, Seite 50, 51, 34

27 Henryk M. Broder am 28. November 2009 um 8.15 Uhr auf Radio 1 des rbb

28 Cover-Text: Die Schulden des Westens – Was hat die DDR zum Wohlstand der BRD beigetragen?, edition ost im Verlag das Neue Berlin, Berlin 2010

29 Egon Krenz: Herbst ’89, edition ost im Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2009, Seite 227, 7, 203, 168 332, 233

30 Peter Christian Witt: Niedergang des Staatssozialismus und Wandlung des Kapitalismus, in Das 20. Jahrhundert in Wort, Bild, Film und Ton, 22 Bände, Coron Exklusiv, Stuttgart 1999, Band: Die 80er Jahre, Seite 1999

31 Friedrich Engels: Vorwort zu: »Karl Marx vor den Kölner Geschwornen«, in: Karl Marx, Friedrich Engels, Werke, 43 Bände (in 45 Büchern), Dietz Verlag, Berlin 1964, Band 22, Seite 201

32 Uwe Müller: Supergau Deutsche Einheit, Rowohlt, Berlin 2005, Seite 37

33 Norbert Frei: Der Osten im Westen, in: DIE ZEIT N0 45, 29. Oktober 2009, Seite 92

34 Der Tag, an dem der Kalte Krieg zu Ende ging, in SUPERillu N0 50/2013, Seite 82

35 Werner Link: Der Ost-West-Dialog, in: das 20. Jahrhundert in Wort, Bild, Film und Ton, Multimediale Geschichtsenzyklopädie in 22 Bänden, Coron Exclusiv, Stuttgart 1999, Band: Die 80er Jahre, Seite 190

36 Die 32 Seiten des Dokuments »Operation UNthinkable : Russia Theeat to Western Civilization, British War Cabinet, Joint Planning Staff [Draft and Final Reports: 22. May, 8. June und 11. july 1945], Public Record Office, CAB 120/691/109040/ 001 „sind faksimiliert im Internet unter der Adresse www.history.neu.edu/PR02/ im Original nachzulesen

37 Heinz Keßler, Fritz Streletz: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben, edition ost im Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2011, Seite 59