Das allergrößte Kapital der Oberlausitz ist die Landschaft

 

Sie zählt unsereins zur Heimat. Was überhaupt ist das: Heimat?

Mühlentour und Sagenspur: Exkursionen in der Oberlausitz

„Die Region hat schon viele wahre Sehenswürdigkeiten, das allergrößte Kapital aber ist die Landschaft.“1 Inwiefern? „Auf einer Luftlinie von gut zehn Kilometern finden Gäste hier Mittelgebirge und Seenlandschaft gleich nebeneinander. Das gibt es so nah beieinander kein zweites Mal in Deutschland.“1 Was folgt daraus für den Urlaub? „Die Landschaft hier ist wie hingemalt. Daraus lassen sich Ferienangebote für die ganze Familie stricken.“1 Beispielsweise unweit von Europas größter künstlicher Wasserlandschaft und Deutschlands viertgrößtem Seengebiet findet sich in der Muskauer Heide der europäische Geopark (Weltnetz) Muskauer Faltenbogen. Die in Mitteleuropa einzigartige glazitektonische Moränenstruktur umfasst ca. 250 km², darunter 80 km² in Polen.2

Kurzum: Urlaub preisgünstiger als im Ausland und vor allem ungefährdet von internationalen Konfliktherden. Weshalb denn sonst stehen die deutschen Ferienregionen derzeit untereinander mehr im Wettbewerb als bislang?     mehr

Die Oberlausitz bietet acht verschiedene Landschaftserlebnisse:

1 Ruhland- Königsbrücker Heidegebiet
2 Muskauer Heide
3 Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet
4 Oberlausitzer Gefilde
5 Westlausitzer Hügel- und Bergland
6 Oberlausitzer Bergland
7 Oberlausitzer Hügelland und Neißegebiet
8 Zittauer Gebirge

Sieht etwa so der Nachkomme eines Sauriers aus?

Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel (Alcedinidae). Er lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand. Quelle: Wikipedia/Andreas Trepte

Wieso denn nicht? Er repräsentiert immerhin 300 Millionen Jahre Überleben

Was Erdgeschichte doch alles so zu bieten hat. „Vor 300 Millionen Jahren, zur Karbon-Zeit, lebten die ersten Saurier auf unseren Planeten“.3 Und wie sah der damals aus? „Deutschland befand sich damals auf Höhe des Äquators und war von dichten Wäldern überwuchert, in denen tropisches Klima herrschte. Fantastische Bedingungen für aufkeimendes Leben“.

Wer sind eigentlich die letzten lebendigen Saurier?

Die Vögel. „Egal ob Spatz, Taube oder Papagei. Was bei Kameraden wie den kleinen Dimorphodon begann, setzte sich bis heute durch. Mit über 10 000 Arten gelten Vögel als die erfolgreichsten Landwirbeltiere unserer Erde“.3 Aber auch andere Tiergattungen tragen bis heute die Relikte der Saurier in sich, beispielsweise riesige Schildkröten und bauchige Fische.

Ein Besuch im Saurierpark Kleinwelka räumt zudem mit Vorurteilen auf, die mit Filmen wie »Jurassic Park« weltweite Verbreitung fanden. „Falsch ist zum Beispiel, dass Saurier und Dinos das Gleiche seien. Dinosaurier sind nur eine von zig Untergattungen der Saurier“. Der 16 Hektar große Saurierpark, der 2015 in seiner 35. Saison mit bis zu 230 000 Besucher rechnete, wartet mit mehr als 200 Urzeitechsen auf.4 Darunter der 1883 in Colorado erstmals entdeckte Dinosaurier Ceratosaurus. In einem See steht der bis zu 23 Meter lange und 13 Meter hohe Brachiosaurus. Er zählt zu den größten Landtieren der Erdgeschichte und soll im Oberjura bis zu 44 Tonnen auf die Waage gebracht haben.

So bietet die Oberlausitz allerlei Wissenswertes selbst über die Erdgeschichte. Braunkohlentagebaue bieten sogar einen Blick in ein bis zu 20 Millionen altes Erdarchiv.

Tragen wir womöglich die Gene dieses Typs spazieren?

Hallo, Herr Neandertaler. Quelle Wikipedia/Stefan Scheer

Na und? Unsere weitläufigen Vorfahren waren keineswegs solche Blödmänner, wie wir glauben

Wo Sie heute in der Oberlausitz gemütlich spazieren gehen, stapften vor 130 000 Jahren Neandertaler durch die damalige Mammutsteppe. Das war in der Altsteinzeit. In der hiesigen Tundra herrschten Bedingungen, wie sie heute noch im nördlichen Lappland bestehen. Tja, so ändern sich eben die Zeiten. Dabei gibt es hinreichend »aufrecht gehende Affen«, die meinen doch tatsächlich, die heutige Zeit bleibt für alle Zeiten so wie sie ist.

Mithin brachte bereits Millionen Jahre vor den hiesigen Neandertalern im Neogen ein in 13 Stufen erfolgter Wandlungsprozess unsere Braunkohle hervor. Dabei begruben im Eiszeitalter bis zu 500 Meter hohe Gletscher die hiesigen Tertiärwälder (Sumpf-, Auen- und Sommerlaubwald) sowie Torfmoore in einem bis zu 300 m tiefen Dauerfrostboden unter sich. Dort wandelten sich Wälder und Moore zu Braunkohlenbildner für Flöze von 10-20 m Mächtigkeit.

Jedenfalls besitzt jeder von uns zumindest etwas DNA von den Neandertalern. Etliche Europäer sollen sogar über genetisches Erbgut von dem legendären Indianerhäuptling Sitting Bull (»Sich setzender Bulle«) verfügen.     mehr

Quellen

1 Wir müssen mit dem werben, was es nur hier gibt, Bruno Bucher – Geschäftsführer der Körse-Therme in Kirschau – im Gespräch mit Tilo Berger, in: Sächsische Zeitung, 28. Juli 2014, Seite 19

2 Informationsbroschüre: Der europäische Geopark »Muskauer Faltenbogen«, Der Touristische Pfad »Die ehemalige Babina-Grube«, Seite 69

3 Franziska Klemenz: Das Vermächtnis der Riesenechsen, in: Sächsische Zeitung, 24. März 2015, Seite 5

4 Frances Scholz: Letzter Schliff im Saurierpark, in: Sächsische Zeitung, 30. März 2015, Seite 14