Leitbild

Die Modellregion Oberlausitz –mit 4.496 km² fast doppelt so groß wie das Saarland – bildet die Grundlage, auch andere Regionen mit dem BasisNetzwerk Sorvia bürgernah präsent zu machen.

Das BasisNetzwerk Sorvia ist seit 1. Mai 2015 online, aber noch längst nicht komplett. Es gibt noch jede Menge zu tun. Deshalb suchen wir engagierte Mitstreiter.

Was ist Sorvia?

• Sorvia ist ein von Bürgern ehrenamtlich gestaltetes, zivilgesellschaftlich konzipiertes sowie europaorientiertes BasisNetzwerk für die Modellregion Oberlausitz.

Sorvia ist parteipolitisch unabhangig und profiliert sich regional zum digitalten Leitmedium für zukunftsfähiges Bürgerengagement.

Wegbegleiter ist dabei nicht zuletzt das Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen e.V., das uns als kompetenter Partner mit Bildungsangeboten und Know-how unterstützt. Dieser Wissenstransfer bietet unserer Plattform die Möglichkeit einer ausgewogenen und differenzierten Auseinandersetzung mit Themen für eine kompetente Mitgestaltung der Bürger an hiesiger Lebensaualität. Gemeinwohlorientierte Lebenskultur.

Wesensverwandtschaft der Denkweisen

Dieser Leitgedanke korrespondiert mit der Auffassung von Papst Franziskus, der in seiner - im Mai 2015 in acht Sprachen veröffentlichten - 190 Seiten umfassenden Enzyklika »Laudato si« (ÜBER DIE SORGE FÜR DAS GEMEINSAME HAUS) mit der übermäßigen Nutzung sozialer Netzwerke „eine Art geistiger Umweltverschmutzung“5 sieht.

Sorvia möchte zeigen, dass Bürgerbeteiligung auch anders geht. Zugegeben, die Idee, dass einfache Bürger ernsthaft darüber nachdenken, was die Welt im inneren zusammenhält, ist zumindest in unserer Region 300 Jahre alt. Der Görlitzer Schuster Jacob Böhme6 (*1575 - †1624) praktizierte diese Lebenskultur bereits hundert jahre nach der Reformation, als die Welt immer noch im Umbruch war. Dabei füllten seine Ideen ein Werk von etwa 4 000 Seiten, die heute selbst im Ausland (wie in Amsterdam) erforscht werden.7 Warum also sollten wir Heutigen in der Lausitz als einer »Europäischen Modellregion für Strukturwandel«8 den Schuster aus der Zeit des Barock, der keineswegs bei seinen Leisten blieb - und heute freilich zu den 600 bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Welt zählt9 - nicht als Maßstab nehmen? Zumal heutigentags viele Menschen „sich von Entscheidungsptozessen ausgeschlossen“ fühlen.10

Lebensqualität unserer Heimat bewahren

• Der Name Sorvia ist ein aus den Begriffen »Sorben« und »Via Regia« gebildetes Akronym (Kunstwort).

Heimat neu erfahren! Das steht ganz oben auf der Agenda der regionalen Bürgerplattform, die sich zugleich als digtales Gedächtnis der Wolfsregion Oberlausitz versteht. Das regionale BasisNetzwerk gibt Übersicht über die Ressourcen und Potenzen im Land der Sorben und stärkt damit die Identität der Oberlausitz ebenso zukunftsorientiert wie das bislang bei Brauchtum, Historie, frühe Industriekultur, Landeskunde und Sagenschatz geschah.

Digitaler Chronist für den Zeit•Geist

• Sorvia versteht sich aber nicht allein als regionales Gedächtnis, sondern zugleich als zivilgesellschaftlicher Chronist für den Zeit•Geist. Auf diese Weise macht Sorvia Hintergründe und Kausalitäten von Ereignissen unserer Welt nachvollziehbar. Einer Welt im Wandel, die sich gleichermaßen konfliktreich wie neu definiert. Ein Beispiel für die weltweite Kausalität auch so mancher sächsischer Ereignisse: Militante Wissenschaft.

Lebensgrundlage der Region

•Das ist primär die Wirtschaft. Weltweit befinden sich Wirtschaft und Gesellschaft im Prozess der Digitalisierung. Wie erfolgreich wir diesen strukturellen Wandel in der Oberlausitz meistern, davon hängt unser künftiger Wohlstand ab.

• Bis 2030 vernetzt das »Internet der Dinge« Kommunikations-, Energie- und Transportnetze zur ersten intelligenten Infrastruktur – der nächsten industriellen Revolution. Dabei erreicht die arbeitsmarktgerechte Bildung als Schlüsselqualifikation eine völlig neue Dimension.

• Was ist für einen zukunftsfähigen Facharbeiternachwuchs der digitalisierten Wissensgesellschaft im Zeitalter der Globalisierung notwendig an familiärer Erziehung und schulischer Bildung zur eigenständiger Problemlösungsfähigkeit? Wann beginnt Erziehung? Beispielsweise hat die Leibesfrucht nicht nur Rechte, sondern bereits Bedürfnisse.

• Welche Bedeutung erlangt in der digitalisierten Wissensgesellschaft jedes Unternehmen für die Region und mit welchem Gestaltungswissen wappnen sich Firma und Belegschaft sowie Stadt und Bürgerschaft für die Zukunft?

• Auf diese Fragen sucht Sorvia Antworten und vernetzt als regionales BasisNetzwerk Institutionen, Initiativen und Unternehmen der Oberlausitz zu einer wirtschaftsbasierten Allianz der Zukunft. Das strategische Leitmotiv: Zukunft erfinden. Undenkbares denkbar machen.

Zeitgemäße Kommuniktion mit Politikern

• Die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen folglich auch an Kompetenz und Visionsfähigkeit der Politik völlig neue Anforderungen. Sorvia ist deshalb die erste regionale Plattform, die der Politikelite der Oberlausitz ein spezielles Informationssegment einräumt, um die Kommunikationskultur zwischen Politikern und Bürgerschaft in einer Demokratie – die gleichermaßen bürgernah wie entwicklungsfähig ist – zeitgemäß zu gestalten. Auf Bürgerfragen einfach nicht antworten? Das war gestern!

• Auch die Rubrik »Kuriositäten« hat politisches Tun im Visier, wo man Zuständigkeit mit Kompetenz verwechselt. Vor allem aber fördert Sorvia gemäß der sächsischen Verfassungstradion mit tabufreieien! Dialog die politische Willensbildung und politische Lernprozesse mündiger Bürger, um die gesellschaftspolitische Problemlösungsfähigkeit der Bürgerschaft entsprechend den neuen Herausforderungen zu entwickeln.

• Die Freiheit der Andersdenkenden (Rosa Luxemburg) – davon macht Sorvia gleichermaßen rege wie mündig Gebrauch in unserer Demokratie, die nach ihrer Missgeburt 1918 in der Weimarer Republik und seit ihren missglückten zweiten Start in der Bundesdrepublik Deutschland 1949 noch zu oft Verrat erlebt.

Was ist überhaupt eine »lebenswerte Stadt«?

• Angesichts der unterschiedlich gewachsenen 28 Städte der Region, die infolge des Doppeltrends von Schrumpfung und Alterung der Einheimischen auch ganz unterschiedlich vor großen Herausforderungen stehen, spielt das Thema »lebenswerte Stadt« eine große Rolle. „Denn in den Städten und Regionen wird die Zukunft Deutschlands gemacht“.1

Demzufolge strukturiert sich Sorvia als City Guide, der bei den Anpassungsprozessen des Wandels die Qualitätsoffensive von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung visualisiert und zeigt, wie die Menschen jeder Stadt – wie früher zur Ostbesiedlung und später im Hochmittelalter zur Städtebildung – eine weltoffenen Willkommenskultur leben.

Glaubwürdigkeit und Transparenz

• Das Basisnetzwerk Sorvia bietet – in der Glaubwürdigkeitskrise der Medien – einen quellenbasierten Wissenstransfer zur Stärkung der Zivilgesellschaft, die in einer Demokratie ermächtigt ist, sich gleichermaßen kompetent wie aktiv in die öffentlichen Angelegenheiten einzumischen. Denn: „Heute vollziehen sich nämlich politische Lernprozesse viel stärker beim Bürgerengagement der Zivilgesellschaft als unter staatlicher Agide.“2

• Für diese Lernprozesse ermöglicht Sorvia den Zugriff auf Wissensquellen, die der Mehrheit in der Regel nicht verfügbar sind. Beispiele: 3

Erdgeschichte in der schlossreichsten Region Sachsens

• Mit regionaler Erinnerungskultur als schlossreichste Region Sachsens sowie Gründerregion des Sechsstädtebundes pflegt Sorvia zugleich Weltkulturerbe wie Landschaftspark, Biosphärenreservat oder künftig auch Geopark.

• Mit Präsentationen zur Erdgeschichte der Region vertieft Sorvia – auch im Interesse vom Tourismus – das Wissen über die 8 großen Landschaften der Oberlausitz mit eigener Volkspoesie. Denn die Bewohner jeder Kulturlandschaft pflegen zugleich ihre eigene Identität.

Anstöße für unkonvetionelle Denk-Wege

• Das Zeitalter der Globalisierung führt zu einer „fundamentalen Veränderung der Weltpolitik“.4 Sind wir möglicherweise zugleich Zeitzeugen vom Ende des amerikanischen Jahrhunderts? Heutige Weltpolitik verändert die Funktion des Staates und erfordert international eine völlig neuartige Weise der Zusammenarbeit. Sorvia artikuliert, was das vom Unionsbürger erfordert: „Der Begriff Globalisierung bedeutet mehr als weltwirtschaftliche Integration – er umfasst auch kulturelle, gesellschaftliche, technische, ökologische und politische Dimensionen.“4

Zukunft erfinden. Undenkbares denkbar machen. Diese Herausforderung gebietet selbst für Sorvia, unkonventionelle Denk-Wege nicht zu scheuen. Beispiel: Wäre Jesus Christus – Wegbereiter der Nächstenliebe – glücklich in der heutigen Bundesrepublik Deutschland?

Quellen

1 Stifterverband der Deutschen Wirtschaft, in: DIE ZEIT N0 20, 12. Mai 2010, Seite 8

2 Verzerrte Gesellschaft, Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel im Gespräch mit Marcus Krämer, in: MAGAZIN, Sächsische Zeitung, 14./15. März 2015, Seite M5

3 Wissensquellen:

• Brockhaus. Meilensteine – Geschichte, Kultur und Wissenschaft – multimediale Enzyklopädie in 10 Themenbänden

• Die Großen: Leben und Leistung der sechshundert bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Welt, Geschichtsenzyklopädie in 24 Bänden

• Die großen Ereignisse, fünf Jahrtausende Weltgeschichte in Darstellungen und Dokumenten, Enzyklopädie in 8 Bänden

• Das 20. Jahrhundert in Wort, Bild, Film und Ton, multimediale Geschichtsenzyklopädie in 22 Bänden

• und andere Werke

4 Patrick Grootweldt: Ende des Nationalstaates? Globalisierung der Politik, in: Brockhaus. Meilensteine – Geschichte, Kultur und Wissenschaft – multimediale Enzyklopädie in 10 Themenbänden, Gütersloh 2011, Band 1: Völker, Staaten und Kulturen, Seite 340

5 Umwelt-Enzyklika »Laudatio si« von Papst Franziskus, veröffentlicht am 18. Juni 2015, IV. Verschlechterung der Lebensqualität und sozialer Niedergang, N0 47

6 Brockhaus Enzyklopädie in 30 Bänden, Mannheim 1987, Band 3, Seite 488

7 Birgit Grimm: In der Mitte der Herzkammer, in: Sächsische Zeitung, 18. Juli 2017, Seite 7

8 Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesminisdterin für Wirtschaft und Energie und zugleich beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, im Gespräch mit Jens Taschenberger, in: Lausitz Magazin, Ausgabe 2, Sommer 2017, Seite 24

9 Die Großen - Leben und Leistung der 600 bedeutendsten Persönlichkeiten unserer Welt, Geschichtsenzyklopädie in 24 Bänden, (Exclusiv für die Freunde des Hauses Coron und ist über den einschlägigen Fachhandel nicht lieferbar), Kindler Verlag, Zürich 1995, Gerhard Wehr: Jakob Böhme, Band V/2, Seite 584

10 Gregor Tholl: Der Bürgerkrieg in uns, in: Sächsische Zeitung, 18. Juli 2017, Seite 8