Ein Planet vernetzt sich digital

ENIAC auf einem Foto der US-Armee. Quelle: Wikipedia

Konrad Zuse erlebt mit seiner Erfindung ein neues Zeitalter

Was geschah eigentlich nach der Weltpremiere von Zuses programmgesteuerten Digitalrechners im Mai 1941? „Nach 1941 konnte in Deutschland die Entwicklung des Computers aufgrund des Zweiten Weltkrieges1 nicht fortgeführt werden. Die nächsten Fortschritte wurden in den USA gemacht. Der Weg führte konsequent zum rein elektronisch arbeitenden Großrechner. 1945 ging mit »ENIAC« an der Universität Pennsylvania ein Gigant mit 18 000 Elektroröhren und 1 500 Relais in Betrieb, der 150 Kilowatt Leistung verschlang und 140 Quadratmeter Grundfläche bedeckte. Seine Programmierung war kompliziert und die bearbeiteten Programme noch sehr einfach.

Transistor bestückte Großrechner tauchen auf

Weitere Meilensteine stellten die Großanlagen »EDSAC« der Universität von Manchester in England von 1949 (erster speicherprogrammierbare Röhrenrechner), der berühmte Rechenautomat »MARK III« des US-Mathematikers Howard H. Aiken2 (1900 – 1973) aus dem Jahr 1951 (mit Magnetband- und .-trommeldatenspeicher) und »TRADIC« in dem Bell Laboraties von 1955 (erster transistor bestückter Rechner) dar.“3

Die Personalcomputer erobern die Büros

Wann begann nach der XXL-Periode eine neue Computerära? „Mit der Erfindung der integrierten Schaltung in Chipform im Oktober 1958 begann langsam eine neue Computerära: Die Rechner wurden danach von Jahrzehnt zu Jahrzehnt kleiner und zugleich leistungsfähiger. Diese Entwicklung hält bis heute an. Ihren ersten Höhepunkt erreichte sie in den 1980er Jahren, als die PC`s, die »Personalcomputer« , sich anschickten, die Büros zu erobern und später die Laptops entwickelt wurden. Und auch im neuen Jahrtausend werden Computer immer noch kleiner und dabei immer leistungsfähiger.“3

Das Internet wird geboren

Bewirkt hat das quasi der Kalte Krieg. Aufgeschreckt wurden nämlich die sich überlegen fühlenden USA, als am 5. Oktober 1957die Sowjetunion4 mit dem Sputnik (Weggefährte) den ersten künstlichen Erdsatelliten auf eine Erdumlaufbahn bringen5. „Alles begann in den 1970er Jahren mit der Vernetzung einiger weniger Großrechner zunächst des US-Militärs und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen. 1990 wurde im schweizerischen Genf das World Wide Web (WWW) entwickelt. Keine zehn Jahre später konnten Computernutzer in einem weltumspannenden Netzwerk über ihre Rechner miteinander in Verbindung treten und längst hatten innovative Unternehmer die geschäftlichen Möglichkeiten dieser neuen Technologie erkannt.“6

Quellen

1 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1994, Band 24, Seite 39   

2 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1986, Band 1, Seite 261

3 Felix R. Paturi: Der Computer – Voraussetzung für Hochtechnologie, in: Brockhaus Meilensteine, multimediale Geschichtsenzyklopädie in 10 Themenbänden , Gütersloh 2011, Band 5: Große Erfindungen, Seite 303

4 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1993, Band 20, Seite 501

5 Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 19. Auflage, Mannheim 1993, Band 20, Seite 732

6 Rita Gudermann: Computer und EDV als Schrittmacher der Wirtschaft, in: Brockhaus Meilensteine, multimediale Geschichtsenzyklopädie in 10 Themenbänden, Gütersloh 2011, Band 7: Handel und Wirtschaft, Seite 307