Wissenswertes über die Klimaküche

Unsere Erde m 17. Dezember 1972 vom bemannten Apollo-Flug zum Mond aufgenommen. Quelle: Wikipedia

 

Was ist Klima und warum ist es so,wie es ist?

Dieter Görner

Klima? Alle Welt redet darüber. Aber was ist das überhaupt: Klima? Wetter? Witterung? So viel steht zunächst fest: Das Klima ist weltumspannend, es macht folglich kausale Zusammenhänge unseres Planeten plastisch. Aber reicht unser Klimawissen aus, um über den Klimawandel kompetent mitreden zu können? Sind wir auf den Energiewandel mental so vorbereitet, wie es unsere Vorfahren im Umgang mit Windenergie waren? Immerhin betrifft die Problematik auch die künftige Lebensqualität unserer Kinder und Enkel.

Grundlagen des Klimawissens

Welche Grundlagen des Klimawissens sind für eine kompetente Mitsprache erforderlich? Zumindest als da sind: Die Geschichte des Klimas. Klimafaktor Mensch. Klimafolgen für den Menschen. Dazu zählen Kenntnisse über Atmosphäre, Jahreszeiten, Wetter, Witterung, Klima. Die großen Klimaregionen der Erde.1 Kenntnisse sind gefragt, nicht schlechthin Meinungen. Klimawissen für Erkenntnisse vermittelt Sorvia in nächster Zeit mit einem Dossier in Zusammenarbeit mit der Landtagsabgeordneten Franziska Schubert.

Strategien für den Klimawandel

Zum Grundwissen zählt hier: Die Rahmenbedingungen, Klimapolitik, Menschenrechte und Klimaschutz, welche sozialen und politischen Spannungen beim Klimawandel millionenfache Flüchtlingswanderungen bewirken; die notwendige Umgangskultur der Weltgemeinschaft im Klimawandel veranschaulichte der Klimagipfel in Paris. Denn viele Probleme lassen sich in unserer eng vernetzten Welt nur durch eine kluge Verzahnung verschiedener Politikfelder lösen.2 Auch deshalb dürfen wir Bürger die Gestaltungshoheit unserer Zukunft nicht allein der Politik überlassen. Zugleich ergibt sich auch aus diesem Blickwinkel, dass Klimaschutz – man kann es drehen und wenden wie man will - eben immer beim Einzelnen beginnt.1

Vor diesem weitreichenden thematischen Spannungsbogen diskutierten Bürger am 28. Januar 2016 im Hoyerswerdaer Allee Restaurant auf einem Podiumsgespräch mit den Landtagsabgeordneten Franziska Schubert und Dr. Gerd Lippold, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Sachsen, über das Thema »Klimawandel und die Zukunft der Lausitz«. Dazu eingeladen hatte das – ehrenamtlich von Bürgern gestaltete - online Journal »Sorvia«. Moderiert wurde die durchaus lehrreiche Aussprache von Jörg Wolff von der Zentralstelle für politische Bildung in Sachsen. Die Zentralstelle in Dresden kooperiert mit dem Bürgerteam als sachkundiger Mitveranstalter der Gesprächsreihe »Die Zukunft der Lausitz« und unterstützt dabei das regionale Anliegen jeweils mit einem gleichermaßen niveauvollen wie umfangreichen kostenlosen Literaturangebot.

Unterschiedliches Klima in der Lausitz

Zunächst sahen die Besucher einen Dokumentarfilm über den Klimawandel. Danach ließ Moderator Jörg Wolff im Publikum ein Mikrofon von Hand zu Hand gehen, wobei jeder ein kurzes Statement zum Film artikulierte. So war jeder der Besucher - quasi gleichberechtigt - in die Gestaltung des Podiumsgesprächs mit einbezogen. Anschließend erläuterten die Landtagsabgeordneten Franziska Schubert und Dr. Gerd Lippold einige Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels und brachten damit bei so manchem das bisherige Weltverständnis ins Wanken.

Denn als Otto Normalverbraucher glaubte unsereins bislang, die Oberlausitz biete ein einheitliches Klima. Pustekuchen! „Auf Grund der reich gegliederten Landschaftsmorphologie (acht Landschaften der Oberlausitz; der. Autor) ergeben sich räumlich differenzierte Klimawerte, wie Jahresniederschlag oder mittlere Temperatur, die kleinräumig in morphologisch reich zergliederten Terrain, wie etwa dem Zittauer Gebirge, engständig stark variieren können“.3

Die Tücken der Klimadiskussion

Nach der Disskussion erfolgte die Einladung zum Kalten Büfett. Gastronom Uwe Köhler und sein Team glänzten wie gewohnt mit verführerischen Leckereien. Während die Gäste genüßlich schmausten und dabei an Stehtischen munter weiter diskutierten, kam mir eine Reminizenz in den Sinn: „In unserer individualistischen Selbstoptimierungsgesellschaft grenzt man sich nicht nur durch Kleidung und Hobby, sondern zunehmend durch Essen voneinander ab. Der unkomplizierte Allesfresser offenbart nur, was ihm an Bildung und Wissen fehlt. Essen ist zu einem Statement, zu einem Mittel sozialer Differenzierung geworden. Anhand des Essens wird verhandelt, was ethisch, moralisch und kulturell gerade angesagt ist. Jeder verfeinert seinen ganz persönlichen Ess-Stil als Lifestyle. Man ist, was man (nicht!) isst und signalisiert damit der Welt, wie sensibel, aufgeklärt und mitdenkend man ist.“4 Blüht uns das etwa so ähnlich jetzt auch beim ökologischen Lifestyle?

Quellen

1 Klima-Schock: Ursachen• Auswirkungen • Prognosen, Tandem Verlag, Potsdam 2010, kostenlos auf dem Podiumsgespräch verfügbar gemacht von der Zentralstelle für politische Bildung in Sachsen

2 Petra Pinzler: Warum Handel schlecht fürs Klima ist, in: DIE ZEIT N0 43, 22. Oktober 2015, Seite 33

 3 Andreas Gerth: Reise in die Erdgeschichte, Teil 1, Ein geologischer Exkursionsführer zu 304 ausgewählten Zielen, Oberlausitzer Verlag, Franz Nürnberger, Spitzkunnersdorf 2012, Seite 52

4 Bettina Ruczynski: Man ist , was man nicht isst, in: Sächsische Zeitung, 4. Januar 2016, Seite 19